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Das Rathsfeld (um 1268 Rathvelde, 1434 Rotisfelt) ist eine gerodete Fläche zwischen Bad Frankenhausen und dem Kyffhäuserdenkmal im Kyffhäuserwald.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Rathsfeld im Jahr 1268, als der Graf von Beichlingen einen Teil des wüsten Dorfes Rathvelde, Wald und einen Weinberg in Steinthaleben an das Kloster Walkenried verkaufte.
Nordwestlich des heutigen Rathsfeldes sind Grundmauern der Kirche dieses - vermutlich wegen Wassermangels aufgegebenen - Dorfes gefunden worden. Der andere Teil des Geländes kam um 1341 vom Grafen von
Beichlingen an die Grafen von Schwarzburg. Der Bitte des Beichlinger Grafen an den Kaiser, den neuen Eigentümer mit dem Rathsfeld zu belehnen, ist zu entnehmen, dass das Rathsfeld ein Reichslehen war.
1347 wurde erstmals die Nutzung der Wiesen erwähnt.
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Rathsfeld, Gelände des ehemaligen Pionierferienlagers |
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Mit der letzten großen Teilung des schwarzburgischen Besitzes kam das Rathsfeld 1599 an die Rudolstädter Linie. Graf Albert Anton von
Schwarzburg-Rudolstadt ließ hier 1698 ein barockes Jagdschloss als regelmäßige Dreiflügelanlage mit im Westen angrenzenden Wirtschaftsgebäuden errichten, um seine politischen Ziele in der Region zu verfolgen. Das
Jagdschloss, dessen Baumeister Moritz Richter der Jüngere (u.a. Residenzschloss Augustusburg in Weißenfels und Unterkirche Bad Frankenhausen) war, wurde auch als Nebenresidenz genutzt, von der aus die
Geschicke der umliegenden Ortschaften gelenkt wurden. Während der napoleonischen Befreiungskriege diente das Schloss als Lazarett.
Schon im 19. Jahrhundert galt das Rathsfeld als ein ‘im Sommer viel besuchter Vergnügungsort’. Am 18. Juni 1896 begab sich Kaiser Wilhelm II. nach der Einweihung des Kyffhäuserdenkmals mit seinem Gefolge zum Jagdschloss, wo er gegen 15 Uhr eintraf, um das so genannte Kaisermenü einzunehmen.
1908 wurde das Jagdschloss umgebaut und erweitert. Nach dem Ende der Monarchie in Deutschland (1918) blieb Günther Viktor (letzter regierende Fürst zu Schwarzburg) bis 1925 auf dem Rathsfeld. Anschließend
erlosch das Wohnrecht des Hauses Schwarzburg.
In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts nutzte der Reichskriegerbund das Schloss und richtete es als Ferienheim ein. Ab Ende Januar 1944 bis Kriegsende war
das Schloss Rathsfeld Ausweichquartier des Reichssippenamtes Berlin und des Amtes für Sippenforschung der NSDAP. Hier - wie auf der Rothenburg - wurden in dieser Zeit umfangreiche genealogische Materialien (Kirchenbücher und jüdisch genealogische Quellen aus ganz Europa) aufbewahrt, die als Grundlage einer nationalsozialistischen Rassen- und Bevölkerungspolitik galten (Teile dieser Materialien wurden sofort nach Kriegsende durch den Mormonen Heinrich Langheinrich geborgen und abtransportiert, der Verbleib großer Teile ist jedoch bis heute ungeklärt.).
In der DDR-Zeit wurde das Schloss als Ferienheim und Weiterbildungsakademie durch das VEB Kombinat Zentronik (später VEB Robotron Büromaschinenwerk) Sömmerda genutzt. Auf den Wiesen südlich des Jagdschlosses
befand sich das Zentrale Pionierferienlager Thomas Müntzer (bis zu 1200 Plätze) mit teilweiser militärischer Nutzung durch die Gesellschaft für Sport und Technik (GST). Für das Pionierferienlager gab es in den
letzten Monaten der DDR (1989) Pläne zur Nutzung als Internierungslager für politische Häftlinge.
1998 ging das ehemalige Jagdschloss für ca. 75 000 Euro in Privatbesitz und ist seitdem u.a. durch fehlende
Sanierung, mehrere Brände, Vandalismus und Regenwasser beträchtlich verfallen. Die Fläche des ehemaligen Pionierferienlagers wurde 2005/2006 rekultiviert. Als Ausgleichsmaßnahme für den Autobahnbau der A71
wurden 7,5 Hektar mit Speierling, Ahorn, Esche, Vogelkirsche und Elsbeere aufgeforstet. Zusätzlich wurden eine Streuobstwiese auf Trockenrasen und Wanderwege für einen Geo-Pfad angelegt.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite der B85 befindet sich das seit November 1991 bestehende Jugendwaldheim Rathsfeld. Die Gebäude wurden zwischen 1936 und 39 erbaut und bis 1952 als Forstamt genutzt. Danach diente die Anlage bis 1991 als Betriebsberufsschule des ehemaligen staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Sangerhausen.
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Schloss Rathsfeld Teilansicht (Ostflügel) |
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Jugendwaldheim Rathsfeld Teilansicht
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Heute ist der Wanderparkplatz auf dem Rathsfeld Ausgangspunkt für Wanderungen im Kyffhäusergebirge.
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