Barbarossahöhle

 

 

Die Barbarossahöhle bei Rottleben ist mit einer Gesamtfläche von etwa 13.000 m² die größte touristisch erschlossene Anhydrit-Gips-Höhle Europas. Zugleich ist sie die einzige touristisch erschlossene und technisch gesicherte Höhle des Kyffhäusergebirges. Ihr Alter beläuft sich auf ca. 200.000 Jahre. Speläogenetisch handelt es sich bei der Barbarossahöhle um eine endogene Schichtgrenzhöhle des seltenen Wimmelburger Typus. Das Höhlenmuttergestein besteht aus Sedimenten, die vor etwa 250 Millionen Jahren (Zechstein) entstanden sind.

Die Barbarossahöhle hat sich durch Auslaugung aus einer Klufthöhle entwickelt. Dabei drang vom Süden her Wasser des Thaleber Baches an Klüften und Spalten in das Gipsmassiv ein und löste das Gestein langsam auf. Auf diese Weise entstanden mit der Zeit an der Grenzschicht zwischen Anhydrit und darunter liegendem Zechsteinkalk weit gespannte, flache Hohlräume (Schlotten), in denen sich ein gleichmäßiger Wasserspiegel bildete. Durch die Zufuhr von frischem Wasser wurden die Schlotten horizontal auf Höhe des Wasserspiegels weiter ausgelaugt. Mit den zunehmenden Spannweiten der Höhlen und den Druck des darüber liegenden Gebirges kam es zum Deckenverbruch oder zum Durchbruch bis zur Erdoberfläche (Erdfall Teufelsgrube neben der Falkenburgruine), wobei die Verbruchmassen zum Teil wieder vom Wasser aufgelöst wurden. An den Abbruchstellen kann man die Struktur des Gesteins gut erkennen: der Gips ist durch feine Tonschichten, die meistens gewellt oder gefaltet sind, leicht gebändert (Schlangengips). Die Ursache für diese Faltung ist durch den wirkenden Gebirgsdruck und die Wasseraufnahme des Anhydrits und damit der Umwandlung zu Gips (Volumenzunahme des Gesteins um bis zu 60 %) zu suchen. Ähnliche Ursachen führten zum Ablösen dünner Gesteinsschichten, die wie Felle von der Höhlendecke herabhängen, was besonders eindrucksvoll in der sog. Gerberei beobachtet werden kann. Weiterhin sind an den Verbruchstellen oft leuchtend weiße Kugeln aus reinem Gips (sog. Alabasteraugen) oder glitzernde Gipskristalle (Marienglas) zu beobachten.
 

Gerberei
Gerberei
Grottensee
Grottensee
Fotos: Foto Görtz Bad Frankenhausen


Die Lufttemperatur in der Barbarossahöhle beträgt durchgängig etwa 9 °C bei einer Luftfeuchtigkeit von 98 - 100 %. Die Wassertemperatur der klaren Seen liegt bei 8,6 °C. Durch bis vor kurzem unbekannte Schlotten besteht ein natürlicher Zugang zur Erdoberfläche mit der Möglichkeit der Besiedlung der Höhle durch verschiedene Kleinlebewesen.
Moose und Algen haben sich erst nach dem Einbau der elektrischen Beleuchtung angesiedelt.

Die Barbarossahöhle wurde im Dezember 1865 zufällig entdeckt, als Bergleute auf der Suche nach Kupferschiefer große natürliche Hohlräume anfuhren. In fünfjähriger Arbeit hatten sie einen 178 m langen Suchstollen unterhalb der Falkenburgruine in das Gestein getrieben, um günstig an das in der Kyffhäuserregion vorhandene Kupferschieferflöz zu gelangen und damit den im Mittelalter in dieser Gegend betriebenen Kupferschieferbergbau wieder zu beleben. Mit einem zweiten, in der Höhle selbst angefahrenen Stollen wurden die Bergleute doch noch fündig.

Nach ihrer Entdeckung wurde die Höhle wegen ihrer Lage als “Rottlebener Höhle” oder “Falkenburger Höhle” bezeichnet. Sie wurde jedoch schon kurz darauf in “Barbarossahöhle” umbenannt, da der Volksglauben vom im Kyffhäuserberg schlafenden Kaiser Barbarossa bereits vor ihrer Entdeckung Allgemeingut war und der neue Höhlenname auf mehr Interesse bei den Besuchern stieß.  Die Barbarossahöhle Rottleben war eine der ersten Schauhöhlen überhaupt.

In Europa und auch darüber hinaus sind Anhydrithöhlen kaum sonst öffentlich zugänglich. Bedingt durch die Umstände ihrer Entdeckung blieben in der Barbarossahöhle aber auch bedeutende Zeugnisse des historischen Bergbaus erhalten.
 

Öffnungszeiten der Barbarossahöhle Rottleben:

April bis Oktober

täglich 10:00 bis 17:00 Uhr (letzte Führung)

November bis März

Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 16:00 Uhr (letzte Führung)
Montag: Ruhetag (außer an bundesweit gesetzlichen Feiertagen)
am 24.12. geschlossen
am 31.12. letzte Führung 14:00 Uhr

Die Besichtigung der Barbarossahöhle ist nur im Rahmen einer Führung möglich. Führungen beginnen i.d.R zur vollen Stunde.

Eintrittspreise (Stand Januar 2014):

Erwachsene

7,50 Euro

Erwachsene ermäßigt
(gegen Vorlage des entsprechenden Ausweises)

7,00 Euro

Kinder von 3 bis 16 Jahre

4,00 Euro

Familienkarte (2 Erwachsene, bis zu 3 Kinder bis 16 Jahre)
jedes weitere Kind

21,00 Euro
3,00 Euro

Erwachsene in Gruppen (min. 15 Personen)

6,00 Euro

Kindergruppen (min. 15 Personen)

3,00 Euro

Busfahrer, Reiseleiter, Inhaber Thüringen Card oder HarzCard

Eintritt frei

Foto- und Videoerlaubnis

2,00 Euro

 

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letztes Update 12.01.2014