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In der beginnenden Bronzezeit wurden die Höhlen wiederholt häufiger aufgesucht. In neun der zwanzig Höhlen gab es Funde aus dieser Zeit. Auf dem
Plateau des Berges wurden Keramik- und Bronzefunde gemacht, die den Berg als Höhensiedlung ausweisen. Mehrere in den Höhlen aufgefundene Bronzegegenstände und Gefäße haben - zumindest ideell - ihren Ursprung in
Gegenden wie Böhmen, des Karpatenbeckens oder den oberen und mittleren Donauraum. Es ist nicht sicher geklärt, wie diese Gegenstände in die Kyffhäuserregion gelangten.
In der vertikalen Kluft der auf 20m zugänglichen, 15m tiefen und bis 1m breiten Schachthöhle 7 (so genannte Opferspalte) wurden in einem vom Boden bis zum
Bergplateau reichenden Schuttkegel Scherben, Knochen von Haus- und Wildtieren, Menschenknochen, verkohltes Getreide, Schmuckgegenstände aus Bronze, Bernsteinperlen, Flechtkörbe, Fackeln, Schachteln aus Birkenrinde
und Knochen- und Feuersteingeräte gefunden. Die menschlichen Skelettreste waren zerschlagen, angebrannt und wiesen Schnittspuren auf, die auf eine postmortale Zerstückelung hinweisen. Die gefundenen ca. 15.000
menschlichen Skelettteile stammen von mindestens 130 zumeist jugendlichen Opfern, die gewaltsam durch Bronzebeile oder stumpfe Werkzeuge wie Steinkeulen u.a. getötet wurden.
Während der Urnenfelderzeit wurden die Höhlen etwa zwischen 1200 und 1000 vor Christus vorwiegend zu kultischen Zwecken aufgesucht. Aus dieser Zeit
stammen auch Funde wie Menschenknochen, Schmuck, Getreidekörner, Briquetagefragmente (Tonständer, auf denen Sole verdunstet und so Salz gewonnen wurde) und Hinterlassenschaften aus der Bronzemetallurgie.
Angesichts der reichlichen Funde, die eine gewaltige Menge an Detailinformationen liefern, erschließen sich die Höhlen im Kosackenberg als regional,
vielleicht sogar überregional bedeutender Kultplatz. Die ursprünglich dem Kannibalismus zugeordnete Fundstelle diente offensichtlich als heilige Stätte, an der Opfergaben - auch Menschenopfer - einer Gottheit
(vermutlich einem Fruchtbarkeitsgott) dargebracht wurden.
Die abgesicherte Einsturzstelle der Schachthöhle 7 ist auf dem westlichen Bergplateau gut sichtbar. Von hier aus ist ein Blick in die ehemals bis zur
Einsturzstelle mit Opfergaben verfüllte Schachthöhle möglich. Die Eingänge zu den Opferhöhlen liegen im oberen Bereich eines 90m hohen Steilhanges und sind nur über einen mühsamen Steilaufstieg erreichbar. Einige
der Höhlen sind einsturzgefährdet und sollten aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden.
Die Höhlen im Kosackenberg werden auch als Ausgrabungshöhlen, Kannibalenhöhlen, Kulthöhlen, Schuchardhöhlen, Schubberlöcher oder auch als Kyffhäuserhöhlen
bezeichnet.
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