(N51°23.185' E011°12.305')
In Ichstedt ist eine für die mitteldeutsche Gegend untypische romanische Wehrkirche zu finden. In ihrer Architektur lehnt sie sich an Wehrkirchen des
mittleren Rheingebietes oder an Wehrkirchen im heutigen Rumänien an.
Erbaut wurde die dem heiligen Bonifatius geweihte Kirche auf einem
terrassenförmig zum Dorfrand hin abgestuften Hügel in der zweiten Hälfte des 12.Jh. als Ersatz für eine baufällig gewordene hölzerne
Kirche, die sich ursprünglich an gleicher Stelle befand. Als Baumaterial wurde Rotsandstein aus den Steinbrüchen am Kyffhäuser genutzt. Durch
ihren festungsartigen Ausbau konnte sie außer als Gotteshaus auch zur Verteidigung und als Zufluchtsort der Bevölkerung bei kriegerischen Bedrohungen
genutzt werden.
Das als Tonnengewölbe ausgeführte und massiv gesicherte Kirchenschiff war vorrangig für den Gottesdienst bestimmt,
während der darüber liegende Festungsraum als Zufluchts- und Verteidigungsbereich und zur Aufbewahrung wertvoller Kirchengüter diente.
In
Friedenszeiten wurde die Kirche über ein triumphbogenförmiges Portal betreten, während in Kriegszeiten ein hoch gelegener und nur über
Leitern oder eine Holztreppe erreichbarer Eingang genutzt wurde, der sich vermutlich an der Südseite des Gebäudes befand. Vermutlich war die Kirche mit
einem Wallgraben und davor gesetzten Palisaden umgeben.
1452 wurde das Gebäude als Dorfkirche aufgegeben.
Heute sind von der Wehrkirche noch
der Stumpf des Turmes mit Kirchenschiff und zugesetztem Portal erhalten. Außerdem ist der rechteckige Altarraum mit seinen Rundbogenfenstern erhalten. Das
gewölbte Dach des Altarraums existiert nicht mehr.
Die Ruine der Wehrkirche Ichstedt kann nicht betreten werden.