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Stausee
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(N51°25.660' E011°00.900')

(1) Bild (Luftbild)

Die Talsperre Kelbra am Nordrand des Kyffhäusergebirges wurde zwischen 1962 und 1966 vorrangig zum Hochwasserschutz der Goldenen Aue erbaut. Durch den Bau der Talsperre konnten Überflutungen im Helmetal unterhalb Kelbra weitgehend verhindert werden. Ebenso besteht die Möglichkeit, den Flusswasserspiegel der Helme zu erhöhen und somit die Bewässerung landwirtschaftlicher Nutzfläche zu ermöglichen.

Ursprünglich war der Stausee als ein Hochwasserrückhaltebecken geplant. Diese Pläne wurden jedoch geändert und ein Hauptdamm (Erddamm mit schräg liegender Innendichtung aus Lehm auf der Wasserseite; 4066m Kronenlänge) gebaut, um einen ständigen Stausee mit einer Staufläche von 600ha und einem Volumen von 12,3 Mio. m³ zu erhalten. Am westlichen und nordwestlichen Ufer schließt sich das als Acker- und Weidefläche genutzte obere Becken an, dass durch den Nebendamm (3379m Kronenlänge) gebildet wird und im Hochwasserfall die Wassermassen der Helme aufnimmt. Beide Becken zusammen haben ein Stauvolumen von 35,6 Mio. m³.

Ab 1968 wurde die Talsperre unter Dauerstau genommen. Am 14.06.1968 wurde das Strandbad am Südufer des Helmestausees eröffnet. Nach dem vollendeten Probestau, der bis 1969 andauerte, wurde der Stausee offiziell in Betrieb genommen. Die Baukosten betrugen ca. 38 Millionen Mark der DDR und sind besonders auf das Anlegen eines Dichtungsteppichs auf dem Boden des Beckens zurückzuführen, der notwendig war, weil im Untergrund des Stausees Flussschotter lagern, die dem angestauten Wasser einen unterirdischen Abfluss ermöglicht hätten.

Außer zum Hochwasserschutz wird der Stausee Kelbra seit seinem Bestehen touristisch genutzt. Es bestehen z.B. Möglichkeiten zum Wassersport und zum Camping.

Große Bedeutung erlangte der Stausee auch durch seinen sehr großen Vogelbesatz, der hinsichtlich Arten- als auch Individuenzahl die Besiedlung vergleichbarer Gewässer übertrifft. So sind hier zuverlässig Enten (z.B. Stock-, Krick-, Tafelente), Watvögel (Kiebitz, Bekassine, Rotschenkel, Großer Brachvogel), Taucher (Hauben-, Zwerg-, Schwarzhalstaucher), Rallen (Wasserralle, Blässhuhn), Höckerschwan, Lachmöwe und Dommeln (Zwergohr- und Große Rohrdommel) zu beobachten. Aber auch Seeadler, Fischadler, Wanderfalken und Kormorane sind hier zu anzutreffen.
Besonders beeindruckend ist der Vogelbesatz während des Vogelzuges, wo am Stausee bis zu 10.000 Kraniche rasten und große Lerchen- und Finkenschwärme durchziehen.

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©H.Stolze