(N51°25.460' E011°03.890')
Die Rothenburg ist Privatbesitz. Bitte gehen Sie davon aus, dass das Gelände nicht betreten werden kann!
Die Rothenburg befindet sich westlich der
Burg Kyffhausen /
Kyffhäuserdenkmal auf
einem nach drei Seiten steil abfallenden Bergausläufer. Ihren Namen verdankt sie dem für ihren Bau verwendeten roten Sandstein. Unbekannt ist bis heute,
wann, von wem und in wessen Auftrag sie errichtet wurde.
Eine erste Erwähnung eines Christian von Rothenburgk ist aus dem Jahr 1103 im Zusammenhang
mit dem Mord an einem Beichlinger Grafen überliefert.
Im Lauf ihrer Geschichte erlebte die Burg eine wechselvolle Geschichte: Nach dem Tod des ersten
Rothenburgers (etwa 1150) vererbte dieser die Burg nebst der zugehörigen Herrschaften an seine Söhne Gottschalk, Friedrich und Christian II.. Gottschalk
kam vermutlich bei einem Kriegszug 1179 gegen Halberstadt ums Leben. Christian II. übernimmt die Rothenburg, während Friedrich eine Burg auf der
Hainleite errichtet. Ohne männliche Erben zu hinterlassen, verstarb Christian II. um 1208. Durch Heirat mit einer Erbin gingen Burg und Besitzungen an das
Haus der Grafen von Beichlingen über. Ab 1209 nennt sich ein Spross der Beichlinger Linie 'Graf Friedrich von Rothenburg', der im Rahmen einer Strafexpedition
König Ottos IV. durch Thüringen im Sommer 1212 einen der ersten Einsätze einer Blide gegen seine Burg erleben musste.
Um 1381 war das Haus
Beichlingen-Rothenburg ausgestorben, nachdem zuvor der gesamte Besitz veräußert wurde. Die Burg ging an die wettinischen Landgrafen, die sie als Pfand
den Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt überließen. 1434 versichert ein Friedrich von Tütcherode in einem Lehensbrief an den Schwarzburger Grafen,
die Burg in gutem Zustand zu halten, 200 Gulden zu verbauen und die Burg mit Wächtern und Burgleuten zu besetzen. Nachdem 1576 der letzte aus diesem
Geschlecht verstorben war, kam die Burg wieder an die Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt zurück. 1574 wird die Burg als 'unbewohnbar' bezeichnet und
verfällt. Vermutlich war sie schon vorher eine Teilruine.
Ab 1839 befand sich vor der Rothenburg eine kleine Gaststätte. Der erste Inhaber baute
in der Umgebung der Burg Lauben, Klausen und Pavillons und veröffentlichte 1845 seine Gedichte als 'Rothenburger Einsiedler'.
1918 ging die
Rothenburg an das Thüringer Land und 1935 in das Eigentum des NS-Reichskriegerbundes über.
In direkter Nachbarschaft der alten Rothenburgruine wurde
ein neuer Gebäudekomplex errichtet, der im 2.Weltkrieg von der SS und zu DDR-Zeiten als NVA-Erholungsheim genutzt wurde.
Nach der Wende wurde dieser
Bereich durch Vandalismus stark beschädigt und stört den Gesamteindruck der Rothenburg erheblich.
Die Rothenburg ging in Privatbesitz über.
Seitdem wurde das Gelände vernachlässigt und verfällt.
Die Rothenburg war vor 1212 eine kleinere Rundburg. Bekannt ist, dass der Palas der
Rothenburg etwa 1250 von Friedrich III. von Beichlingen erbaut wurde. Zweigeschossig ragt er mit seiner Ostseite über die Ringmauer und ist durch
Stützpfeiler verstärkt. Das Erdgeschoss trennt durch eine Längsmauer Zugangsbereich und Wirtschaftsräume. Über eine Zugbrücke
gelangte man von Süden über den Hangweg durch das Erdgeschoss in den Burghof. Das Obergeschoss besaß eine lichte Weite von 20x9,5m. Zwischen
beiden Geschossen befand sich eine Holzbalkendecke. Ein Spitzbogenportal diente als Zugang zum Obergeschoss, das über eine Freitreppe vom Burghof her
erreichbar war.
Der runde Bergfried (um 1100) mit 12m Durchmesser und 2,7m Mauerstärke hatte eine ursprüngliche Höhe von 22m. Der Zugang
befindet sich auf der Nordseite in 9m Höhe und ist über eine gewundene Holztreppe erreichbar. Der Turm besteht aus einer inneren und einer äußeren
Bruchsteinmauer, deren Innenraum mit losem Material ausgefüllt und mit Gipsmörtel vergossen wurde.
An das Grafenhaus schließt sich
nördlich eine Kapelle mit Kreuzgewölben im Erdgeschoss an.
Im Fußboden der Kapelle fand H.F. von Tütcherode 1560 den sog. Püsterich
(Bronzeplastik), der als 'Rothenburger Rätsel' vielen Wissenschaftlern Kopfzerbrechen bereitete.
An die Kapelle schlossen sich westlich ein Wohnhaus und
vermutlich Wirtschaftsgebäude aus jüngerer Zeit an. Eine äußere Ringmauer bildete den Zwinger um die Burg. Vor der Ringmauer war die Burg
durch einen Graben und einen Wall geschützt.
Der im Burghof erkennbare Brunnenkranz stammt aus dem Jahr 1938. Auf der Rothenburg gab es keinen
Brunnen. Zur Wasserversorgung diente eine Zisterne auf dem Burggelände. Außerdem konnte Wasser aus dem südwestlich unterhalb der Burg gelegenen
Tannenbergtal geholt werden.
Der störend wirkende Bismarckturm auf der Nordseite wurde 1905/06 von Wilhelm Kreis erbaut. Der Turm ist in seiner
Architektur und Gestaltung der Befreiungshalle in Kehlheim (Niederbayern) nachempfunden.