(N51°23.130' E011°02.200')
Die Ochsenburg (ursprünglich 'Hossenborch' (1351) oder 'Ossenborch' (1354)) befindet sich zwischen der
Barbarossahöhle
und Steinthaleben.
Auf dem nach drei Seiten steil abfallenden Bergsporn befand sich eine Siedlung der Jungsteinzeitmenschen. Reichliche Scherbenfunde deuten
auf eine Höhensiedlung der Bernburger Gruppe (Trichterbecherkultur, ca. 3000 v.Chr.). Weiterhin wurden auf dem Gelände Steingeräte, Werkzeug und
Lehmverputz gefunden.
Die Ergebnisse einer im Herbst 2005 organisierten Sondage deuten auf eine zweite Besiedlungsphase, der Aunjetitzer- und möglicherweise
der frühen Hügelgräberkultur hin. Das keramische Fundmaterial ähnelt den Funden aus den
Opferhöhlen im
Kosackenberg bei Bad Frankenhausen. Verbindungen zwischen beiden Fundplätzen sind nicht auszuschließen, da auch die Nutzungsperioden beider Fundplätze
in der Bronzezeit identisch sind. Mit Verweis auf die Höhlen in der Ochsenburg kann auch eine Nutzung als Kultstätte (analog der Opferhöhlen) nicht
ausgeschlossen werden.
Zwischen beiden Besiedlungsphasen der Ochsenburg ist von einer Besiedlungslücke auszugehen. Die Ergebnisse der Grabungen aus
2005 lassen darauf schließen, dass das Zentrum des Plateaus der Schwerpunkt der Bernburger Besiedlung war, die westliche Hangkante hingegen war Schwerpunkt
der bronzezeitlichen Besiedlung der Ochsenburg.
Das Gelände der Ochsenburg ist durch seine einmalige
Flora und Fauna
als Naturschutzgebiet
(Reservat) ausgewiesen. Außerdem ist die Ochsenburg durch die nachgewiesene frühgeschichtliche Besiedlung ein in seiner
Art seltenes Bodendenkmal.