(N51°25,090' E011°08,115')
Erstmals erwähnt wird die Königspfalz Tilleda 972 in der in Rom ausgestellten Heiratsurkunde Otto II., der damit seiner byzantinischen Braut
Theophanu die kaiserlichen Höfe in Boppard, Thiel, Herford, Tilleda und Nordhausen als Mitgift hinterlässt.
Zwei Jahre später stellte
Otto II. eine Urkunde zu Tilleda aus. In der Folgezeit tritt die Pfalz bis zum Jahr 1194 immer wieder als Ausstellungsort königlicher Urkunden in
Erscheinung. Dabei verweilten die Herrscher auf der Durchreise nur kurz in Tilleda. Der längste Aufenthalt eines Herrschers war der von Konrad II.
über zwei Wochen im Oktober 1036.
Auf der Pfalz wurden auch Urkunden von Otto III., Konrad II. und Heinrich III. ausgestellt, bis im Jahr 1042 das
letzte Mal auf der Pfalz geurkundet wurde. Anschließend verschwand sie für 130 Jahre aus der Geschichtsschreibung.
Bei Ausgrabungen
festgestellte Brandhorizonte deuten auf eine Zerstörung der Pfalz im Zusammenhang mit den Sachsenaufständen (1073, 1076, 1115-1118) hin.
Für 1147 ist ein Aufenthalt Friedrich I. Barbarossa auf der Pfalz belegt. Etwa zu dieser Zeit übernahm die neue
Burg Kyffhausen
den bisher von der Pfalz gewährleisteten Schutz der Gegend.
Vielleicht mit dem in der Gegend ausgetragenen Konflikt zwischen Staufern und Welfen
wurde die Hauptburg der Pfalz letztmalig um 1180 modernisiert.
Das letzte Mal tritt die Pfalz 1194 in Erscheinung. In diesem Jahr versöhnte sich
am 7.März Heinrich IV. (Sohn Barbarossas) mit Heinrich dem Löwen auf der Pfalz in Tilleda. Der Streit zwischen Staufern und Welfen wird beendet.
Schon in der zweiten Hälfte des 12.Jh. setzte eine Abwanderung der Pfalzbewohner in den neu entstehenden Ort (Tilleda) ein, so dass bereits im 13.Jh.
kaum noch eines der Häuser in der Pfalz bewohnt wurde. Etwa Mitte des 13.Jh. ging das Zeitalter der Pfalzen zu Ende, was zum baldigen Verfall und Abbruch
der Anlage führte.
Danach wurde das Gelände der Pfalz Tilleda landwirtschaftlich genutzt. Erst 1871 machte der Heimatforscher Karl Meyer wieder
auf die Wüstung auf dem Pfingstberg aufmerksam.
Die Pfalz Tilleda hat als eine der wenigen später nicht überbauten Anlagen die
wirtschaftliche und bauliche Struktur einer Königspfalz bewahrt. Sie ist als einzige Pfalz in Deutschland vollständig ergraben und archäologisch untersucht.
Öffnungszeiten:
März und November:
täglich 10.00 bis 16.00 Uhr
April bis Oktober:
täglich 10 bis 18 Uhr
(Dezember bis Februar: Winterpause)